Das "Schmitze Büschgen", wirrd es überleben ?

Wahrlich kein Ruhmesblatt für die Bauaufsicht in Hilden. Naturschutz wird den Bürgern im Bebauungsplanverfahren versprochen. Aber eine Freistellung - der Bauherr darf ohne gesonderte Baugenehmigung auf Basis des Bebauungsplanes und seiner Festsetzuungen bauen - wird als Freibrief angesehen. Auch wenn die Bauaufsicht bei dem vom BUND veranlassten Außentermin schwere Verstöße gegen die Vorgaben des Bebauungsplanes feststellt, wird von der Verwaltung in Hilden nichts zur Durchsetzung der Inhalte des Bebauungsplanes getan. Es scheint, dass nur augenzwinkernd Verstöße hingenommen werden. Deshalb haben wir zusätzlich zur Bauaufsicht der Stadt die Bauaufsicht der Kreisbehörde eingeschaltet. Zitat aus unserem Brief an den Kreis Mettmann:
"Seit ca. Mitte Mai 2003 wird in der Baugrube des Bauvorhabens, unmittelbar angrenzend an den o.g. Landschaftsbestandteil, in erheblichem Umfang Grundwasser abgepumpt. Während des Außentermins vom 27.05.03 haben Bauherr Spelter und Architekt Rehberg auf die Genehmigung durch die Untere Wasserbehörde des Kreis Mettmann verwiesen. Die Erstellung des Keller-geschosses sollte in Fertigteilbauweise kurzfristig erfolgen. Jetzt nach fast drei Monaten wird dort weiter kräftig abgepumpt, u. a. weil unter einem der beiden Häuser, noch unter dem Kellergeschoß, ein Schwimmbad erstellt wird. Dadurch wird offensichtlich unter die eigentliche Kellersohle hinaus abgepumpt. Da eine wasserrechtliche Erlaubnis immer nur unter Vorbehalt (§ 5 WHG) erteilt wird, machen wir nunmehr geltend, dass die Belange des Naturschutzes und der Erhalt des Landschaftsbestandteil "Wäldchen am Bruchhauser Weg" eine schnelle Beendigung des Abpumpens erfordert und dieser Eingriff in den Wasserhaushalt nicht weiter erlaubt werden darf. Dies bitten wir, dem Bauherrn umgehend mitzuteilen. In der Sitzungsvorlage Nr.: 33/2002 für die Beiratssitzung vom 4.12.2002 zu TOP 7 war unter Punkt A f) folgendes Verbot vorgeschlagen: "den Grundwasserstand künstlich zu verändern, Wasserflächen oder Wasserläufe anzulegen oder zu verändern."

Mit Datum vom 13.11. 2002 hat die Kreisverwaltung die Vorlage Nr. : 33/2002 zur Sitzung des Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde vom 4.12.2002 als TOP 7 vorgelegt . Damit sollten - nach der Einigung der Stadt Hilden mit dem Grundstückseigentümer über reduzierte Bebauungsgrenzen und entsprechende Festsetzungen im Bebauungsplan - die schützenswerten Bereiche des Grundstückes .... durch ordnungsbehördliche Verordnung endgültig sichergestellt werden.
Das Bauvorhaben wurde im Freistellungsverfahren nach §67 BauO NRW in Angriff genommen. Dabei wurden Festsetzungen des B-Planes nicht beachtet und Schutzvorschriften verletzt. Mittlerweile werden in dem Böschungsbereich ( Wurzelbereich der Bäume) weitere Baumaterialien (Baustahlmatten) geladert. Zusätzlich waren Leitern angelegt, die offensichtlich eine Begehung des Kronenbereichs möglich machen sollten."

Durch unsere Interventionen konnte zumindest das illegal lange Abpumpen des Grundwassers beendet werden. Aber sehen Sie sich die Bilder und unsere Briefe an und fragen Sie, ob sie dafür noch Steuern und Gebühren zahlen wollen:

Angebaggert - der zu
schützende Wurzelbereich
Belagert - der zu schützende Wurzelbereich wird
als Baustofflager missbraucht

Bauen, bis die Rinde kracht. Was ist geschehen am Kerschensteiner Weg?

Ausgepumpt - wurde die Baugrube in der Dürreperiode über mehrere Monate, bis auf Initiative des BUND die Pumpen abgestellt werden mussten.
Ob das Abpumpen die Bäume zusätzlich zu den Wurzelschädigungen
so stark beeinträchtigt hat, dass diese "abgängig" sein werden, das ist noch nicht zu beurteilen.

Stadt Hilden
- Bauaufsicht -
Am Rathaus 1
40721 Hilden

***Dringend per Fax **** Hilden, den 26. 05. 2003

Betr.: Kerschensteiner/Bruchhauser Weg - Baumassnahmen im Widerspruch zu
Schutzvorschriften des B-Plans Nr. 70 , 1-Änderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach Anrufen von Anliegern haben wir uns die Baustellensituation vor Ort am Kerschensteiner Weg angesehen und diese auch auf Fotos - mit Stand vom 25. Mai 2003 - dokumentiert. Deshalb fordern wir Sie als Bauaufsicht nunmehr dringend auf, auf der Baustelle die Einhaltung der "Textlichen Festsetzungen" - hier insbesondere der unter Punkt 2.2 vorgeschriebenen Schutzmassnahmen während der Bauphase - zu überprüfen und die Einhaltung sicherzustellen. Aus unserer Beobachtung schützt der Bauzaun nicht die Kronentraufbereiche und es sind bei den Ausbaggerungen Schädigungen der Wurzelbereiche im Kronentraufbereich von geschützten Bäumen zu beklagen.
Wir weisen zusätzlich daraufhin, dass zur Zeit dort Grundwasser abgepumpt wird und weitere Abpumpungen vorgesehen sind. Diese soll nach Auskunft von Anwohnern für den "Bau eines Schwimmbades" bis in 8 Meter Tiefe ausgedehnt werden. Hier ist zunächst zu überprüfen , ob dies in der Baugenehmigung vorgesehen ist. Falls nicht, schlagen wir vor, ein weiteres Abpumpen sofort zu untersagen.
In jeden Fall ist ein Abpumpen von Grundwasser zu untersagen, das zu - auch nur temporären - Schädigung der geschützten Bäumen führen kann.
Zu der ungenügenden Absicherung der Baugrube gegen Absacken der Garagenzufahrt ist ihnen eine telefonische Beschwerde bereits zugegangen.
Wir schlagen eine gemeinsame Begehung vor Ort mit Beteiligung des Grünflächenamtes vor. Bei dieser Begehung können die Vorgaben des Bebauungsplan, der Baugenehmigung und der tatsächlichen Situation vor Ort abgeglichen und notwendige Maßnahmen sofort eingeleitet werden. Aus unserer Sicht ist hier "Gefahr im Verzug" , dem schnellstens begegnet werden muss. Der Schutz der Grünfläche und der erhaltenswerten Bäume war ein erklärtes Ziel aller Ratsmitglieder der Stadt Hilden bei der Zustimmung zu der Bebauung.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Donner
Für die Ortsgruppe des BUND

***** E I L T *******

An die Kreisverwaltung Mettmann
- Amt 63 - Herrn Burghard Worm
- Amt 62 - Herrn Volker Freund

40822 Mettmann
per Fax : 02104 - 994444 Hilden, den 11.August 2003

Betr.: Schutz des wertvollen Landschaftsbestandteils "Schmitze Büschgen" am Bruchhauser Weg in Hilden ( B-Plan Nr. 70 1. Änderung)

Sehr geehrter Herr Worm, sehr geehrter Herr Freund,

wir bitten Sie in zwei Richtungen um Ihre Hilfe:

1. Beendigung oder Begrenzung der Erlaubnis zum Abpumpen des
Grundwassers in der angrenzenden Baugrube.
2. Information über den Stand der "Ordungsbehördlichen Verordnung zur
Unterschutzstellung eines Wäldchens am Bruchhauser Weg in Hilden als
geschützter Landschaftsbestandteil" und über die Konsequenzen der Verstöße
gegen die Festsetzungen im Bebauungsplan Nr. 70 1. Änderung

Zu 1. Seit ca. Mitte Mai 2003 wird in der Baugrube des Bauvorhabens, unmittelbar angrenzend an den o.g. Landschaftsbestandteil, in erheblichem Umfang Grundwasser abgepumpt. Während des Außentermins vom 27.05.03 haben Bauherr Spelter und Architekt Rehberg auf die Genehmigung (Anlage 1: Protokoll der Stadt Hilden zu diesem Termin) durch die Untere Wasserbehörde des Kreis Mettmann verwiesen. Die Erstellung des Kellergeschosses sollte in Fertigteilbauweise kurzfristig erfolgen. Jetzt nach fast drei Monaten wird dort weiter kräftig abgepumpt, u. a. weil unter einem der beiden Häuser, noch unter dem Kellergeschoß, ein Schwimmbad erstellt wird. Dadurch wird offensichtlich unter die eigentliche Kellersohle hinaus abgepumpt. Da eine wasserrechtliche Erlaubnis immer nur unter Vorbehalt (§ 5 WHG) erteilt wird, machen wir nunmehr geltend, dass die Belange des Naturschutzes und der Erhalt des Landschaftsbestandteil "Wäldchen am Bruchhauser Weg" eine schnelle Beendigung des Abpumpens erfordert und dieser Eingriff in den Wasserhaushalt nicht weiter erlaubt werden darf. Dies bitten wir, dem Bauherrn umgehend mitzuteilen. In der Sitzungsvorlage Nr.: 33/2002 für die Beiratssitzung vom 4.12.2002 zu TOP 7 war unter Punkt A f) folgendes Verbot vorgeschlagen: "den Grundwasserstand künstlich zu verändern, Wasserflächen oder Wasserläufe anzulegen oder zu verändern."

Zu 2. Mit Datum vom 13.11. 2002 hat die Kreisverwaltung die Vorlage Nr. : 33/2002 zur Sitzung des Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde vom 4.12.2002 als TOP 7 vorgelegt (Anlage 2). Damit sollten - nach der Einigung der Stadt Hilden mit dem Grundstückseigentümer über reduzierte Bebauungsgrenzen und entsprechende Festsetzungen im Bebauungsplan - "die schützenswerten Bereiche des Grundstückes .... durch ordnungsbehördliche Verordnung endgültig sichergestellt werden."
Das Bauvorhaben wurde im Freistellungsverfahren nach § 67 BauO NRW in Angriff genommen. Dabei wurden Festsetzungen des B-Planes nicht beachtet und Schutzvorschriften verletzt. ( Anlage 3: Unser Protokoll der Begehung vom 27.05.03) Mittlerweile werden in dem Böschungsbereich ( Wurzelbereich der Bäume) weitere Baumaterialien (Baustahlmatten) geladert. Zusätzlich waren Leitern angelegt, die offensichtlich eine Begehung des Kronenbereichs möglich machen sollten.

Da die Überwachung des Bauvorhabens durch die Stadtverwaltung Hilden den Erhalt des wertvollen Landschaftsbestandteil nicht sicherstellen kann, bitten wir Sie als Aufsichtsbehörde tätig zu werden.

Zusätzlich bitten wir Sie, uns über den Stand der Ordnungsbehördlichen Verordnung zu informieren und hier im Besonderen:

1. Der Landschaftsbeirat hat unseres Wissens nach diesem Verfahren zugestimmt, weshalb ist dies Verfahren nicht durchgeführt worden ?
2. Gibt es eine entsprechende Zustimmung auch durch den zuständigen Ausschuss/ Kreistag und weshalb ist dies Verfahren nicht durchgeführt worden?
3. Gibt es mittlerweile eine andere Entscheidung der Gremien oder ist eine privatrechtliche Vereinbarung mit dem Eigentümern zustandegekommen ?
4. Ist der Landschaftsbehörde bekannt, dass die markante Buche durch einen abgebrochenen Hauptast bereits vor längerer Zeit beschädigt wurde, in der Zwischenzeit allerdings noch keine Pflegemaßnahmen zur Heilung der Schädigung ergriffen wurden ?

Wir halten es nunmehr dringend für geboten, die bereits eingetretene Schädigung der Buche durch Pilzbefall zu heilen und weitere Maßnahmen zu ergreifen, um diesen wertvollen Landschaftsbereich tatsächlich zu schützen, wie es erklärte Absicht des Kreistag, des Rates der Stadt Hilden und auch der Kreisverwaltung und Stadtverwaltung war und ist.

Herzlichen Dank im Voraus und mit der Bitte um Verständnis für meine Eile,

mit freundlichen Grüßen


Für die BUND-Ortsgruppe Hilden
Dieter Donner

 

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Dieter Donner